Die Geschichte unserer Stadt Erkrath
Alt Erkrath 1870 | Alt Erkrath heute |
Wappen 1938 und 1977 |
Erkrath ist als Stadt noch sehr jung, es erhielt erst am 15. März 1966 von der Landes-regierung NRW aus der Hand des damaligen Innenministers Willi Weyer die Stadterhe-bungsurkunde und ist damit die jüngste Gemeinde im Kreis Mettmann mit Stadtrechten.
Der Ort hingegen ist wesentlich älter. Der Name „Erkrath“ wird erstmalig 1148 in zwei Urkunden des Stiftes Werden genannt. Bernhard von Everkrothe, ein Freischöffe, und Siegbert, ein „Freier von Everekrothe“, werden dort erwähnt.
Der Zeitpunkt der eigentlichen Besiedlung, beziehungsweise der beginnenden Rodung der großen Waldbestände lässt sich aus den vorhandenen schriftlichen Quellen nicht heraus-datieren. Auch die Herkunft des Namens Erkrath ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Während die regional häufige Endung -rathauf eine Rodung hinweist, bezieht sich die erste Silbe oft auf den Namen beispielsweise eines Erstsiedlers.
Die im 19. Jahrhundert entstandene Vermutung, dass der Ort bereits im 9. Jahrhundert eine Kirche gehabt haben soll ist historisch nicht nachgewiesen.
Im Jahre 1237 schließlich findet der Miles (Ritter) Daniel de Erkerode Erwähnung, der als Ritter im Gefolge des Grafen Adolf III. von Berg ein Kreuzzugsteilnehmer und der Legende nach seinem sterbenden Herrn vor Damiette in Ägypten in letzter Stunde beigestanden hat. Dessen Stammsitz war vermutlich das Haus Bavier, vormals auch „Schletzgut“ genannt, welches im allgemeinen als Keimzelle des Ortes angesehen wird. Bei dem in einer Ehe-
abrede von 1368 genannten Hof Erkenroide bei Geirensheim (gemeint ist das benachbarte Gerresheim, heute ein Stadtteil von Düsseldorf) wird es sich sehr wahrscheinlich um das Haus Bavier gehandelt haben. Die Herren von Erkerode waren vermutlich auch die Bau- und ersten Patronatsherren der katholischen Pfarrkirche und der Kirchengemeinde.Zugleich ist dies die erste Quelle des Hauses Unterbach, welches für die Stadtgeschichte von Bedeutung sein wird. Diese heute noch bestehende Anlage wurde vermutlich im 10. Jahrhundert als Wehrburg gegen Wikinger- und Ungarneinfälle erbaut, einen Nachweis diesbezüglich gibt es jedoch nicht.Das Patronatsrecht über die Kirchengemeinde haben spätestens ab der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts die Herren des Hauses Unterbachs inne, was einige Beurkundungen ab circa 1400 belegen. Das Haus Unterbach war ab dieser Zeit zudem der Fronhof der verschiedenen Güter der Umgebung. Für das Jahr 1484 ist die Gründung einer Schützenbruderschaft belegt. In der Zeit zwischen 1500 und 1800 bleibt Erkrath ein unbedeutendes, von Landwirtschaft geprägtes Dorf. Lediglich die Besitzer-wechsel des Hauses Unterbach und des Hofes Bavier, sowie Patronatsurkunden der Unterbacher Herren bezüglich der Kirchengemeinde legen Zeugnis über das Geschehen dieser Zeit ab. In den Karten über das Großherzogtum Berg in der Zeit zwischen 1600 und 1750 wird die Ortschaft unter den Schreibweisen Erkrad, Erckraidt, oder Erckratals Siedlung an der Düssel zwischen den Nachbarorten Grutten(Gruiten),Schuyler (Schölle),
Medman (Mettmann) und Gerissheim (Gerresheim) aufgeführt. Über das Schicksal der Ortschaft während des Dreißigjährigen Krieges ist zur Zeit nichts bekannt.
Da die Umgebung Ratingen nahezu vollständig zerstört wurde und das nahe Gerresheim zweimal durch Söldnertruppen überrannt und gebranntschatzt wurde, wird ähnliches nicht auszuschließen sein. Nachdem die Ortschaft nahezu sieben Jahrhunderte dem Großher- zogtum Berg zugehörig war, fiel auch Erkrath 1815 nach dem Wiener Kongress an das Königreich Preußen und wurde Bestandteil der Rheinprovinz.
Im 19. Jahrhundert wurde der bisher nur bäuerliche Ort zunehmend durch die Industriali-sierung geprägt. Es gründeten sich Papierfabriken, Webereien, Bergbau-, Maschinen-, Eisen- und Stahlindustrien. Um 1830 wurde Erkrath das bergische Nizza oder die Lunge Düsseldorfsgenannt, denn durch die Erschließung einer Heilquelle wurde es vorübergehend ein gut besuchter und weithin bekannter Kurort. Das große Kurhaus aus der damaligen Zeit ist erhalten geblieben, im Kurpark finden sich noch die Liegehallen, Badehäuschen und einige Badeteiche. Als jedoch die Heilquelle um 1870 versiegte, war es mit dem Kurort, der von vielen Gicht- und Rheumakranken besucht wurde, endgültig vorbei. Es ist heute nicht mehr eindeutig abklärbar, ob die Quelle schwefelhaltiges Heilwasser lieferte, es wird eher von einer Nutzung als Kaltwasser-Badeanstalt ausgegangen.
Ursprünglich verwaltungsrechtlich der Samtgemeinde Gerresheim zugehörig, wurde Erkrath 1898 eine selbstständige Bürgermeisterei. Zu dieser Zeit stieg die Einwohnerzahl, bedingt durch den Zuzug von Arbeitskräften der neuen Industrie, in und vor allem um Erkrath, Kalkwerk Neandertal, Eisenhütte Hochdahl, Glashütte Gerresheim stark an.
Bereits 1144 wird in einer Urkunde das Herrengut Haus Morp genannt. Der dort genannte Name Morafa bedeutet in etwa Moor oder fließendes Wasser. Die Endung afa steht für Gewässer, ehemals war Haus Morp also eine Wasserburg.
Zwischen 1148 und 1241 werden neben den drei erwähntenPersonen Namennoch drei weitere sträger Erkerodegenannt, ohne dass jedoch feststellbar ist, in welchem Verwandt-schaftsverhältnis sie zueinander standen oder ob sie jemals dauerhaft im Ort gelebt haben. Ursprünglich handelte es sich bei der Ansiedlung offenbar nur um den Hof Bavier, in einer Urkunde von 1377 wird Erkrath jedoch bereits ausdrücklich als Dorf bezeichnet. Im benachbarten Unterbach (seit alters her ein Teil von Erkrath und erst seit 1975 ein Stadtteil von Düsseldorf) wird 1169 ein Heriman de Unterbeke erwähnt.

